Von Borris Kißler. In der Reihe seiner politischen Frühschoppen befasste sich der SPD-Ortsverein Gevelsberg am vergangenen Sonntag mit den Projekten, die zeitnah aus dem Sozial- und Demographiebericht abgeleitet werden sollen. Achim Battenberg, der diesen von der SPD-Fraktion im Jahre 2007 geforderten Bericht maßgeblich erstellte, berichtete zusammenfassend über dessen Kernpunkte.
Zuvor konnte Klaus Bärenfänger, Vorsitzender des Ortsvereins, eine erfreuliche Mitteilung machen: Acht neue Mitglieder fanden in den letzen Wochen zur SPD, was ein deutliches Signal für die gute Arbeit vor Ort ist und den positiven Trend fortsetzt.
Er freue sich „ganz ehrlich“, so Battenberg zur Einleitung, dass der Bericht nicht zu denjenigen gehört, die wie anderswo in der Schublade verschwinden, sondern durch die Kommunalpolitik aufgegriffen werde. Zu erwarten in den nächsten Jahren: Eine weitere Zunahme der Menschen mit Migrationshintergrund (zur Zeit in Gevelsberg rund 15%) und eine leichte Abnahme der Einwohnerzahl (Prognose des Berichts: etwa 29.500 im Jahre 2025).
Verfehlte Landespolitik habe schon heute zu ungleichen Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund geführt: 60% besuchen die Hauptschule, nur 12 % das Gymnasium, mittels eines Projekts an der Grundschule Schnellmark (durchgeführt von der VHS) wird seit einiger Zeit versucht, hier punktuell gegenzusteuern. Und die Zahl der Alleinerziehenden in Gevelsberg steigt – nur 6% aller Kindergarten-Kinder kamen 1999 aus solchen Familien, heute sind es 18%.
Handlungsempfehlungen, die im Laufe der anschließenden Diskussion von den Sozialdemokraten weiterentwickelt wurden und in konkrete Projekte umgesetzt werden sollen, gab Battenberg auf Grundlage des Sozial- und Demographieberichtes ebenfalls: Ein entsprechendes „Zukunftsmanagement“, angesiedelt in der Verwaltung, soll koordinieren,.
Bausteine wie das schon realisierte „Babybegrüßungspaket“ und der Ausbildungspakt der Hauptschule ausgebaut werden zu einem Konzept „Gevelsberg von Anfang an“, für Menschen mit Migrationshintergrund, ältere Arbeitslose, Alleinerziehende und andere wird „zielgruppenorientiert“ gearbeitet werden, um die Hauptforderung aus dem Bericht zu erfüllen: „Integration“ lautet diese kurz gefasst, und bezieht sich auf alle Bevölkerungsgruppen, die heute noch nicht uneingeschränkt Zugang zu allen gesellschaftlich relevanten Bereichen haben.
Angefangen über eine Verbesserung der Bildungsgleichheit bis hin zu Seniorenarbeit in Stadtteilprojekten, wie im „Bürgerhaus Alte Johanneskirche“ schon Realität.
Wie gewohnt klang der Frühschoppen des SPD-Ortsvereins Gevelsberg mit einem kleinen Imbiß aus, bei dem über einzelne Aspekte des Gehörten intensiv weiter diskutiert werden konnte.